Häufige Fragen (FAQ)

Sind MH-empfindliche Personen für andere Krankheiten als MH gefährdet?

Nein, die genetische Eigenschaft (Erbanlage) für MH-Empfindlichkeit hat in der Regel keinen Einfluss auf eine Gefährdung für andere Erkrankungen ausser der Möglichkeit einer MH-Reaktion bei einer Narkose mit sogenannten Triggersubstanzen. Die Entstehungen von Krankheiten ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehören unter anderem Alter, Lebensstil und genetische Eigenschaften. Es kann sein, dass bei einer Person neben der MH-Empfindlichkeit Erbanlagen für andere Krankheiten vorliegen. in diesem Falle können andere Krankheiten in der Verwandtschaft auftreten, die aber keinen direkten Zusammenhang mit MH haben.

 

Wird die MH-Empfindlichkeit an alle Kinder weitervererbt?

Nein, theoretisch hat ein Kind bei einem betroffen MH-empfindlichen Elternteil 50% Chancen die MH-Empfindlichkeit zu erben. Sollten bei Eltern MH-empfindlich sein erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, kann aber praktisch nicht 100% erreichen. Dies erklärt sich dadurch, dass eine MH-Empfindlichkeit nach autosomal dominantem Erbgang vererbt wird. Die Erbanlage für MH-Empfindlichkeit ist auf einem von zwei Genen (je eines von der Mutter und eines vom Vater) festgehalten, somit liegt das Risiko MH-positiv zu sein bei jedem Kind bei 50%. Falls die Erbanlage vorliegt ja, wenn nicht, liegt seitens dieses Elternteils keine Vererbung der MH-Anlage vor. Sind beide Eltern betroffen, liegt das Risiko einer Vererbung höher, weil dann die MH-Anlage von beiden Eltern vererbt werden kann.

 

Kann die MH-Empfindlichkeit mit einem genetischem Bluttest diagnostiziert werden?

Falls in einer MH-Familie die genetische Mutation, die für die MH-Empfindlichkeit verantwortlich ist bekannt, kann mittels einem Bluttest die MH-Empfindlichkeit bestätigt werden. Es gibt aktuell ca. 50 genetische Mutationen, die für eine MH-Empfindlichkeit verantwortlich sind. Deshalb ist es möglich, mittels genetischer Analyse abzuklären, ob in einer fraglichen Situation eine dieser Mutationen vorliegt, womit die MH-Empfindlichkeit ebenfalls diagnostiziert werden könnte. Falls bei einer Person mit MH-Verdacht aber keine Mutation gefunden wird, kann die MH-negative Diagnose aber nur mittels in-vitro Kontraktur-Test bestätigt werden. Mit diesem Test werden auch Erbanlagen erkannt, die nicht auf der Liste der bekannten verursachenden Mutationen sind.

 

Wo kann ich mich in der Schweiz beraten lassen, wenn bei mir Verdacht auf MH-Empfindlichkeit besteht?

In der Schweiz gibt es am Universitätsspital Basel seit 1986 das einzige MH-Labor, in welchem sowohl genetische Tests wie auch der in-vitro Kontraktur-Test zur Verifizierung oder zum Ausschluss einer MH-Empfindlichkeit durchgeführt werden. Zudem sind dort auch Stammbäume von vielen MH-Familien vorhanden, die für eine Abklärung hilfreich sein können. Weitere Informationen und Angaben für die Kontaktaufnahme finden sich unter http://www.malignehyperthermie.ch/.

 

Wo kann ich mich ausserhalb der Schweiz beraten lassen, wenn bei mir Verdacht auf MH-Empfindlichkeit besteht?

In Europa und weltweit gibt es MH-Diagnostiklabors. Informationen und Adressen finden sich unter https://www.emhg.org/.

 

Können MH-Empfindliche ambulant operiert werden?

Ja, wir empfehlen das genaue Vorgehen mit dem/der zuständigen Anästhesiearzt/-Ärztin vorgängig zu besprechen.

 

Kann ich als MH-empfindliche Person bei einer zahnärztlichen Behandlung mit einer Lokalanästhesie-Spritze behandeln lassen?

Ja, alle Lokalanästhetika sind für MH-Empfindliche gleich sicher, wie für MH-Negative. Sie sind keine MH-Trigger und können somit keine MH auslösen.